Aktuelles

Neuigkeiten aus dem Stadtarchiv Dessau-Roßlau

Kleine Ausstellung würdigt Benno Butter
Montag, 30. August 2010

Aus Anlass des 25. Todestages des Künstlers Benno Butter am 22. August veranstaltet das Stadtarchiv Dessau-Roßlau eine kleine Ausstellung. In drei Vitrinen sind einige Leihgaben der Familie sowie Skizzen und Vorarbeiten für Werke der baugebundenen Kunst und Genrebilder zu sehen, die im Jahr 2009 als Depositalbestand an das Stadtarchiv Dessau-Roßlau übergeben wurden.
Die Ausstellung ist im Rahmen der Öffnungszeiten des Stadtarchivs Dessau-Roßlau bis zum 30. September zu besichtigen.
Biografie: Benno Butter wurde am 30. August 1914 in Pawlowsk am Don geboren. Die Familie verließ 1920 Russland. Da der Vater bereits vor dem 1. Weltkrieg für Hugo Junkers gearbeitet hatte, bot sich ihnen in Dessau eine neue Perspektive. In den Jahren 1934 bis 1936 studierte Benno Butter an der Handwerkerschule in Erfurt, dann an der Kunstakademie in Leipzig. Nach seiner Wehrdienstzeit 1936 bis 1938 setze Benno Butter die Studien in Leipzig fort. Der Kriegsbeginn verhinderte die Beendigung des Studiums. Bis zum Kriegsende musste Benno Butter als Entzifferer und Übersetzer gegnerischer Funksprüche dienen, viele seiner Kriegserlebnisse hielt er in Skizzen fest, von denen manche in den Nachkriegsjahren zu größeren Bildern verarbeitet wurden. Im Januar 1946 beteiligte er sich an der ersten Nachkriegs-Kunstausstellung in Dessau. Er beendete sein Studium in Leipzig und arbeitete fortan freischaffend in Dessau. In den folgenden Jahren entstanden zahlreiche Arbeiten, vor allem Gebrauchsgraphik, Karikaturen und erste Aquarelle. Die ornamentale Erkergestaltung in der Zerbster Straße, die er zusammen mit anderen Dessauer Künstlern 1951 fertigte, stellte für Benno Butter die erste Arbeit baugebundener Kunst dar, von denen noch viele weitere in den kommenden Jahren folgen sollten. Die Jahre 1955 / 1956 brachten ihm den künstlerischen Durchbruch. Benno Butter schuf in den vielen Jahren seiner Tätigkeit zahlreiche verschiedenartige Werke, oft inspiriert durch Studienreisen, die er u. a. nach Äthiopien, Ägypten, Russland, Bulgarien und Griechenland unternahm. Seit den 1960er Jahren leitete Benno Butter zwei Mal- und Zeichenzirkel sowie den Kunstschmiedezirkel des VEB Zementanlagenbau Dessau. In diesem wurden zahlreiche seiner Entwürfe für Band- und Rundstahlbilder, wie z.B. das Bandstahlbild „Das alte Dessau“, das sich an der Nordwestecke der Museumskreuzung befindet, umgesetzt. Im Jahr 1973 wurde ihm durch die Stadt Dessau der „Wilhelm-Müller-Kunstpreis der Stadt Dessau“ verliehen. Am 22. August 1985 starb Benno Butter in Berlin.

 
Kleine Ausstellung widmet sich altem Krematorium

Nachdem für das Herzogtum Anhalt durch Gesetz vom 30. März 1906 die Möglichkeit der Feuerbestattung eingeräumt war, beschloss der Gemeinderat die Einrichtung eines Krematoriums in Dessau. Als Platz dafür kam nur das freie Gelände gegenüber Friedhof III in Frage. Der Auftrag wurde an den Architekten William Müller (1871 - 1913) aus Berlin vergeben, der zeitgleich auch das erste Berliner Krematorium auf dem Urnenfriedhof im Wedding erbaute. Am 1. Mai 1909 begannen die Bauarbeiten am Krematorium und dessen Nebenanlagen. Am 18. Mai 1910 wurde es im Beisein der Vertreter von 73 deutschen Feuerbestattungsvereinen, die in Dessau zu ihrer 14. Jahressitzung versammelt waren, eingeweiht.
Das Stadtarchiv Dessau-Roßlau erinnert mit einer kleinen Ausstellung an diesen Anlass. In zwei Vitrinen werden noch bis zum 9. Juli 2010 verschiedene Objekte – wie Zeichnungen, Fotos, Zeitungsberichte und das Goldene Buch der Stadt Dessau – ausgestellt. Sie stammen die aus den Beständen des Stadtarchivs und bieten interessante Einblicke in die Geschichte des alten Dessauer Krematoriums.

 
Schenkung von Antiquariat Eberhard Köstler aus Tutzing an Stadtarchiv Dessau-Roßlau zur Musikerfamilie Lampe

Überraschend ist jetzt im Stadtarchiv Dessau-Roßlau als Schenkung des Antiquariats Eberhard Köstler aus Tutzing ein Konvolut von Dokumenten zur Lebensgeschichte der Musikerfamilie Lampe eingegangen. Das Stadtarchiv Dessau-Roßlau ist Herrn Köstler hierfür zu großem Dank verpflichtet.
Bereits im Jahre 2008 hatte der Friedrich-Schneider-Chor Dessau den Ankauf des Nachlasses des ehemaligen Hofmusikers am Dessauer Theater Fritz Lampe und seines ebenfalls als Musiker tätigen Sohnes Ewald Lampe von einem Antiquariat und deren Übergabe an das Stadtarchiv ermöglicht. Die seinerzeit übergebenen Sammlungsstücke stammen aus dem 19. und 20. Jahrhundert und enthalten neben einigen noch nie aufgeführten Kompositionen Fritz Lampes den Familienstammbaum, Aufzeichnungen zur Geschichte des Theaters, Fotos, Zeitschriften mit Beiträgen über die beiden Musiker und das Theater, Taktstöcke und andere Utensilien sowie die Fahne des Gesangvereins „Liederkranz“.
Fritz Lampe (1852-1911) war von 1876 bis zu seinem Tod Erster Oboist der Herzoglichen Hofkapelle in Dessau. Die Hofkapelle bestand zu dieser Zeit aus 44 Hofmusikern und fünf „Hülfsmusikern“. Sein Sohn Ewald Lampe (1884-1967) war zunächst von 1902 bis 1907 in der Dessauer Hofkapelle als „Hülfsmusikus“ beschäftigt. Er spielte Violine, später Oboe. Nach Engagements in Meiningen und Baden-Baden war er von 1923 bis 1955 erneut Orchestermusiker (1. Oboe) in Dessau.
Die als Schenkung überlassenen Dokumente des Antiquariats Eberhard Köstler aus Tutzing sind nicht nur eine Ergänzung, sondern eine wichtige Erweiterung des Nachlassbestandes, die noch tiefere Einblicke in das Leben von Ewald Lampe und in sein musikalisches Schaffen ermöglicht.
Das älteste Dokument ist ein Programm für ein „Wohltätigkeitskonzert zur Unterstützung hülfsbedürftiger Konfirmanden“. Das Konzert wurde am 04. Februar 1901 im Tivoli vom Gesangverein „Liederkranz“ unter Leitung seines Dirigenten Herrn Hofmusikus Fritz Lampe und unter gütiger Mitwirkung des Herrn Hofkapellmeister Dr. Klughardt“ gegeben. Auf dem Programm standen Werke von August Klughardt, dessen Zeitgenosse Fritz Lampe war. Ferner geben Dienstverträge, Beurteilungen, Ernennungen, Mitgliedschaften in Vereinen aus dem Zeitraum 1906 bis 1955 einen detaillierten Einblick in das Musikerleben von Ewald Lampe, u. a. seine Ernennung zum „Herzoglichen Kammermusikus“ in Meiningen (1916) bzw. zum „Kammer-Virtuosen“ durch die Dessauer Theater-Stiftung (1929) und sein Ausscheiden aus dem Orchester.

 

VAL Veranstaltungen

Verein für Anhaltische Landeskunde

Hans Sarkowicz, Gelnhausen
Drei Wünsche an Junkers. Reichspräsident Friedrich Ebert Auf Staatsbesuch in Dessau und Anhalt 1922
Vortrag mit Lichtbildern

Donnerstag, 16. September, 19.00 Uhr

Stadtarchiv, Lange Gasse 22

Dietrich Bungeroth, Dessau-Roßlau
Denkmal Jüdischer Friedhof Wörlitz
Vortrag mit Lichtbildern

(Gemeinsame Veranstaltung der Moses-Mendelssohn- Gesellschaft Dessau e.V. und des VAL)

Mittwoch, 22. September, 19.00 Uhr

Stadtarchiv, Lange Gasse 22

Dr. Dirk Schleinert, Magdeburg
Georgia von Pommern (1531-1571). Eine Fürstin und ihre Beziehungen zum anhaltischen Fürstenhaus
Vortrag mit Lichtbildern

Donnerstag, 21. Oktober, 19.00 Uhr

Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abt. Dessau (Wasserturm)

Dr. Lutz Reichhoff, Horstdorf
Die Entwicklung der Landschaft an Mittelelbe und unterer Mulde im 19. Jahrhundert
Vortrag mit Lichtbildern

Donnerstag, 18. November, 19.00 Uhr

Stadtarchiv, Lange Gasse 22